Neuer Elbtunnel


Allgemeines

Durch den Neuen Elbtunnel – in Abgrenzung zum Alten Elbtunnel von 1911 – wird im Westen Hamburgs die Bundesautobahn 7 zwischen Waltershof und Othmarschen unter die Elbe geführt. Das 1975 eröffnete Bauwerk wird von etwa 120.000 Fahrzeugen pro Tag durchquert und zählt mit einer Gesamtlänge von 3325 Metern zu den längsten Unterwasserstraßentunneln der Welt.

Die Tunnelbohrmaschine TRUDE – Tief Runter Unter Die Elbe – war mit einem Außendurchmesser von 14,20 m die größte Tunnelbohrmaschine der Welt. Das Schneidrad ist in Barmbek im Museum der Arbeit ausgestellt.


Geschichte

Der Bau des Tunnels begann 1968 und am 10. Januar 1975 wurde die neue Elbunterquerung von Bundeskanzler Helmut Schmidt eröffnet. Bei einer Gesamtlänge von 3.325 m liegen 1.056 m unter dem Flussbett und 2.813 m sind geschlossene Tunnelstrecke. Mit dem Bau der vierten Tunnelröhre wurden die 160 m der nördlichen Rasterstrecke völlig überdeckt. Bei mittlerem Tidehochwasser befindet er sich 28 m unter der Wasseroberfläche. Im Strombereich wurde der Tunnel mit acht Tunnelelementen mit einem Gewicht von jeweils 46.000 t hergestellt.

Die Elemente, je 132 m lang, 41,7 m breit und 8,4 m hoch, wurden in Stahlbeton im zu diesem Zweck abgedämmten und leergepumpten Maakenwerder Hafen gegossen. Nach dem Fluten des Hafenbeckens wurden die Tunnelelemente in ihre endgültige Lage eingeschwommen und in eine zuvor ausgebaggerte Rinne abgesenkt. Unter dem Elbhang wurde über eine Länge von 1.113 m im Schildvortrieb mit Druckluft gebaut. Der Tunnelröhrenaußendurchmesser betrug 10,8 m, der Ausbau wurde mit Tübbingen aus Gusseisen durchgeführt.

Der Tunnel verfügte zunächst über drei Röhren mit insgesamt sechs Fahrspuren, die über dynamische Verkehrsbeeinflussungsanlagen einzeln gesperrt werden können. Die Tunnelröhren können entsprechend der Verkehrssituation für eine oder für beide Fahrtrichtungen freigegeben werden. Überwacht wird der Elbtunnel durch eine rund um die Uhr besetzte Tunnelbetriebszentrale über dem Nordportal. Diese hat nicht nur die Möglichkeit, die Verkehrsteilnehmer über zahlreiche Kameras zu beobachten und mit Lichtzeichenanlagen zu steuern, sondern kann sie auch direkt ansprechen.

Im April 1989 wurden über den südlichen Tunneleinfahrten Panzersperren eingebaut. Die aus Beton gegossenen, sogenannten Fallkörper wären im Verteidigungsfall aus ihren Halterungen gesprengt worden und mit ihren 107 Tonnen Gewicht von den Fahrbahnen kaum zu entfernen gewesen. Sie wurden im Jahr 2000 im Zuge der Arbeiten an der 4. Röhre wieder entfernt.

Mit der Erweiterung des Tunnels um eine vierte Röhre wurde 1995 begonnen, wobei der eigentliche Tunnelbau erst im Oktober 1997 gestartet wurde. Am 27. Oktober 2002 wurde die 3096 Meter lange Röhre eröffnet, die über die gesamte Länge mit einer Schildvortriebsmaschine gebaut wurde. Der Bau erfolgte bei einer Bodenüberdeckung von 7 m bis 13 m. Die Stützung der Hohlraumwandung erfolgt durch 70 cm dicke Stahlbetontübbinge.  Die Kosten für die vierte Röhre beliefen sich auf rund 550 Millionen Euro. Der Tunnel wurde bis Anfang 2013 saniert und mit neuester Brandschutztechnik versehen. Ab März 2014 werden alle Fahrbahnen in den Tunnelröhren saniert, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führt.


Fotos


Betriebszentrale Süd

Der Bau der Betriebszentrale Süd am Altenwerder Damm wurde im Jahr 2000 begonnen. Die Fertigstellung erfolgte im Jahr 2001 fertiggestellt. Im architektonisch interessanten Gebäude, dass einem Tunnelsegment nachempfunden ist, ist auch die Tunnelfeuerwehr untergebracht.

 

 

 

Bild folgt Bild folgt Bild folgt

Betriebszentrale Nord

Der Bau der Betriebszentrale Nord in der Straße Holmbrook wurde im Jahr 2000 begonnen. Die Fertigstellung erfolgte im Jahr 2001 fertiggestellt. Im Gebäude ist auch die Tunnelfeuerwehr untergebracht.

     
Bild folgt Bild folgt Bild folgt

Links

   

   

   

   


Fotos: JHreisen / Texte: JHreisen - Wikipedia / Daten, Links ohne Gewähr (03.2014)