BRÜCKEN


Kettenbrücke

Die Kettenbrücke, die in Budapest die Donau überspannt, wurde in der Zeit von 1839 bis 1849 auf Anregung des ungarischen Reformers Graf István Széchenyi erbaut, dessen Namen sie trägt. Sie ist die älteste und bekannteste der neun Budapester Brücken über die Donau. Außerdem war sie bei ihrer Einweihung 1849 die erste Donaubrücke unterhalb von Regensburg. Die Kettenbrücke ist eine Hängebrücke und verbindet den Roosevelt-Platz (Roosevelt tér), der den Abschluss der Pester Innenstadt bildet, mit dem Adam-Clark-Platz (Clark Ádám tér) vor dem Budaer Burgberg. Das klassizistische Bauwerk wird von zwei triumphbogenartigen Stützpfeilern getragen, durch die die eisernen Ketten des 375 Meter langen Brückenkörpers verlaufen, daher auch der Name Kettenbrücke. Die Pfeilertore haben eine Durchgangsbreite von 6,50 Meter, das Gewicht der Eisenkonstruktion betrug 2.000 Tonnen.
     
   

 


Freiheitsbrücke

Die Freiheitsbrücke ist eine der heute neun Donaubrücken in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Sie verbindet den Budaer Szent Gellért tér mit dem Pester Kleinen Ring. Anlässlich der Feierlichkeiten zum 1000. Jahrestages der Landnahme wurde sie am 4. Oktober 1896 nach etwa zweijähriger Bauzeit als dritte Donaubrücke feierlich den Budapestern übergeben. Die Planung und den Entwurf der Brücke übernahm der ungarische Ingenieur János Feketeházy. Hoch über den eisernen Brückentoren sitzen vier sogenannte Turul-Vögel mit ausgebreiteten Flügeln auf goldenen Kugeln. Die Spannweite zwischen den Pfeilern beträgt 175 Meter, die von je einem Pfeiler zum entsprechenden Ufer 78,1 Meter. Ursprünglich trug sie zu Ehren von Kaiser Franz Joseph den Namen Franz-Joseph-Brücke. Der Namenspatron ließ es sich auch nicht nehmen, symbolisch den letzten mit den Initialen F.J. I.(silbernen) Nagel am Pester Brückenkopf einzuschlagen. Unter einer Glasscheibe ist heute eine Nachbildung des in 1956 gestohlenen Originals ausgestellt. Wie alle Budapester Donaubrücken fiel auch die Freiheitsbrücke am 16. Januar 1945 den Sprengkommandos der deutschen Wehrmacht zum Opfer. Aber bereits am 20. August 1946, also eineinhalb Jahre später, konnte die Brücke nach dem originalgetreuen Wiederaufbau als erste der heute neun Brücken wiedereröffnet werden. Der schnelle Wiederaufbau war dank der geringen Beschädigung möglich. Auch konnten die alten Ornamente, das Königswappen und die oben beschriebenen Vögel für den Wiederaufbau erhalten und verwendet werden. Die heutige Brücke ist auf einer 1,50-Forint-Briefmarke von 1964 abgebildet.

     
     

Margaretenbrücke

Sie ist die längste Brücke des Landes und verläuft über die Südspitze der Margareteninsel, von der aus die beiden Brückenteile mit jeweils drei Segmentbögen abgehen. Es ist eine der wenigen noch erhaltenen älteren Brücken mit steinernen Strompfeilern über der Donau. Der Entwurf zur Brücke stammt von dem französischen Ingenieur Émile Gouin, der auch von 1872 bis zur Fertigstellung 1876 die Verantwortung für den Bau trug. Eine Besonderheit der Margaretenbrücke ist, dass sie aus zwei Teilen mit je drei Segmentbögen besteht, die sich auf der Margareteninsel treffen und dort einen Winkel von 150° bilden. Der heute vorhandene Abzweig zur Margareteninsel war im ursprünglichen Entwurf nicht vorgesehen, er wurde 1900 nachträglich integriert. Eine Verbreiterung der Brücke wurde in den Jahren 1935 bis 1939 vorgenommen. Da die Brücke im 2. Weltkrieg durch eine Explosion teilweise eingestürzt, jedoch nicht vollständig zerstört war, wurde sie während des Rückzugs der deutschen und ungarischen Truppen auf die Budaer Seite des Kessels ein weiteres Mal verkabelt und am 18. Januar 1945 erneut und dann komplett gesprengt. Bereits im August 1948 konnte die Margaretenbrücke nach zwei Jahren Wiederaufbau neu eröffnet werden. Ende der 1970er Jahre wurde sie grundlegend restauriert und wie die alte Brücke nachträglich verbreitert.


Elisabethbrücke

Die Brücke ist nach der österreichischen Kaiserin und ungarischen Königin Elisabeth benannt. Sie verbindet Buda zwischen Burgberg und Gellértberg mit dem Platz des 15. März in Pest. Die ursprüngliche Brücke war eine Kettenbrücke. Es war die vierte Brücke in Budapest, erbaut von 1898 bis 1903. Sie ist die einzige der Brücken in der Hauptstadt Ungarns, die nach dem Krieg nicht originalgetreu wiederaufgebaut wurde, da sie dem modernen Verkehrsaufkommen gewachsen sein sollte. Mit je einem Pfeiler an den beiden Ufern hat die Elisabethbrücke eine Spannweite von 290 Metern und war zur Bauzeit die längste Brücke dieser Bauart weltweit. Bei Kriegsende wurde sie am 18. Januar 1945 beim Rückzug durch die deutschen Truppen gesprengt. Erst 1964 wurde an derselben, der schmalsten Donaustelle in Budapest, eine neue, breitere Hängebrücke aus Stahl dem Verkehr übergeben. Baubeginn war 1960. Nur die alten Brückenpfeiler konnten wiederverwendet werden. Am Budaer Ende der Brücke steht das Denkmal des heiligen Märtyrerbischofs Gellért. Der Legende nach haben die Ungarn den missionierenden Bischof von dort in einem Holzfass in die Donau geworfen. Das Denkmal wird durch die Kolonnade hinter ihm und durch die dem Gellértberg entspringende Naturquelle unterstrichen, die unter dem Denkmal als Wasserfall in einen Brunnen fließt. Die heutige Brücke ist auf einer 50-Fillér-Münze von 1969, einer 1-Forint- und einer 10-Forint-Briefmarke von 1964 abgebildet. Ein detailliertes Modell der alten Elisabethbrücke (vor 1945) ist im Deutschen Museum in München zu besichtigen.

   
   

Petőfibrücke

Die Petőfibrücke überquert die Donau und verbindet die beiden Stadtteile Pest und Buda miteinander. Benannt ist sie seit der Wiedereröffnung 1952 nach dem ungarischen Dichter Sándor Petőfi. Die Brücke ist ein gevouteter Fachwerkbau und hat eine Spannweite zwischen den zwei Pfeilern von 154 Metern und einer Gesamtlänge von 378 Metern. Mit Vorbrücken über die Uferstraßen erweitert sich die Gesamtlänge auf 514 Meter. Die ursprünglich als Miklós-Horthy-Brücke bezeichnete Brücke wurde 1933–1937 nach den Plänen von Hubert Pál Álgyay erbaut. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, am 15. Januar 1945, wurde sie durch die heutige Petőfibrücke ersetzt und 1952 wiedereröffnet.


Árpádbrücke

Mit 928 Metern verbindet sie die Stadtteile Pest und Buda für den Straßen- und Straßenbahnverkehr. Dabei berührt sie den nördlichen Ausläufer der Margareteninsel und den südlichen Zipfel der Óbudainsel. In den Jahren 1950 bis 1956 hieß sie erst Stalinbrücke und wurde dann in Árpádbrücke umbenannt. Entstanden ist sie aus einem Architekturwettbewerb im Jahre 1929, obwohl bereits 1903 ein Memorandum zum Bau verabschiedet wurde. 1939 begann man schließlich mit dem Bau. 1943 kam es jedoch durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges zum Stillstand der Arbeiten. Erst 1950 wurde die Brücke endgültig fertiggestellt. Aus Geldmangel wurde sie allerdings nicht über die veranschlagte Breite gebaut, was dazu führte, dass man sie in den Jahren 1981 bis 1984 von 13 auf 26 Meter verbreitern musste.


Lágymányos-Brücke

Die Brücke ist die jüngste von heute neun Donaubrücken. Sie sollte ursprünglich zur Expo 96 fertiggestellt werden. Erbaut wurde sie in den Jahren 1992 bis 1995 zur Entlastung der Petőfibrücke. Sie befindet sich unmittelbar neben der Südlichen Eisenbahnbrücke und wiegt 6800 Tonnen. Sie hat fünf 35 Meter hohe Mastpylone in der Brückenachse, an deren Spitzen zur Beleuchtung abstehende Lichtreflektoren angebracht sind.


Gubacsi-Brücke

Die Straßenbrücke überquert die sogenannte Kleindonau, die linke Verzweigung der Donau im Süden Budapests und verbindet die Insel Csepel und den XX. Bezirk von Budapest miteinander. Die Brücke ist im Jahre 1924 nach den Plänen von Béla Zsimondy ursprünglich als Eisenbahnbrücke erbaut worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde auch die Gubacsi-Brücke von der Arbeit der deutschen Sprengmeister nicht verschont. Die Stahlkonstruktion wurde bis 1947 wieder aufgebaut. Heute ist sie eine, unter anderem von mehreren Buslinien, rege benutzte Straßenverbindung.


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Fotos, Texte, Grafiken: JHreisen - Wikipedia

Daten und Links ohne Gewähr (08.2014)